eLearning Patent wird erneut geprüft

Das Blackboard Patent, das im letzten halben Jahr einige Klagen gegen freie Lernsoftware ermöglicht hat, wird nun erneut geprüft. Dieses Patent wurde im Jänner 2006 registriert und betrifft internetbasierte Lernmethoden.

Blackboard hatte das US-Patent Nummer 6988138 im Januar 2006 zugeteilt bekommen. Es beschreibt “Internet-based education support system and methods”. Im Juli 2006 reichte Blackboard dann erstmals Klage auf Grund dieses Patentes gegen seinen Mitbewerber Desire2Learn ein. Auch Programmierer freier E-Learning-Software wurden so erstmals auf das Patent aufmerksam.

Das Software Freedom Law Center beantragte im Dezember 2006 eine erneute Überprüfung des Patentes im Auftrag der Open-Source-Projekte Sakai, Moodle und ATutor. Als Beweise wurden Dokumente eingereicht, die belegen sollen, dass die von Blackboard patentierten Methoden bereits vor der Patentanmeldung eingesetzt wurden. Wenn dies einwandfrei nachgewiesen werden kann, wäre das Patent ungültig und alle 44 Klagen, die derzeit noch auf Basis des Patentes laufen, müssten fallen gelassen werden.

schreibt golem bereits vor einigen Tagen. Kritiker glauben, die Patentierung gefährde Open-Source-Alternativen wie Moodle und Sakai sowie Schulen, die Blogs oder Wikis für den Unterricht einsetzen.

Das Software Freedom Law Center SFLC regte die Überprüfung im Namen der Open-Source-Projekte Sakai, Moodle und Atutor an. Die Open-Source-Anwälte führten nun aus, es gebe ausreichend Belege dafür, dass in dem Patent beschriebene Technik bereits im Einsatz war, bevor sie beim eingereicht wurde. Das Patentamt folgte dieser Argumentation. Die Überprüfung soll allerdings zwei Jahre dauern. Experten schätzen die Chancen, dass das Patent zumindest in Teilen zurückgenommen wird, auf 70 Prozent